STARTSEITE
IM STILE WEINBRENNERS
Einleitung
Sammlung 1
Sammlung 2
Sammlung 3
Sammlung 4
=> KA Haus Gothein (01)
=> Gondelsheim Kirche (02)
=> Ortenberg Kirche (03)
=> Rohrbach Rathaus (04)
=> Nußbach Kirche (05)
=> EM Pfarrhaus (06)
=> Bühl Bürgerhaus (07)
=> Bühl Altes Rathaus (08)
=> Friedrichstal Kirche (09)
=> Königsbach Kirche (10)
=> Haslach Stadthaus (11)
=> Sandhofen Rathaus (12)
=> Plankstadt Kirche (13)
=> Offenbg. Stadtpalais (14)
=> BAD Bürgerhaus (15)
=> Lahr Stadthäuser (16)
=> Ottenhöfen Kirche (17)
=> Bühlertal Rathaus (18)
=> Waltershofen Kirche (19)
=> Donaueschingen (20)
=> Ulm Kirche (21)
=> Sulzburg (22)
=> Hugsweier Rathaus (23)
=> Zuzenhsn. Kirche (24)
=> Ringsheim Zollhaus (25)
=> Dundenheim Kirche (26)
=> Sulzbach Kirche (27)
=> Seckenhm. Rathaus (28)
=> Aglasterhsn. Kirche (29)
=> Bilfingen Ökobau (30)
=> Endingen Amthaus (31)
=> Muggenst. Rathaus (32)
=> Käfertal Kirche (33)
=> Elzach Kirche (34)
=> Oberwinden Kirche (35)
=> Staufen Bürgerhs. (36)
=> Rettigheim Kirche (37)
=> Kehl Stadtpalais (38)
=> Rotenberg Kirche (39)
=> Rastatt Stadthaus (40)
=> Katzenbuckel Turm (41)
=> Niederwass. Kirche (42)
=> Schliengen Pfarrhs. (43)
=> Langenzell Gutshof (44)
=> Rastatt Stadtpalais (45)
=> Ladenburg Stadtpal. (46)
=> Ebersweier Kirche (47)
=> Völkersbach Kirche (48)
=> Mörtelstein Kirche (49)
=> Mosbach Stadthaus (50)
=> Bad Peterstal Kirche (51)
=> Ittersbach Kirche (52)
=> Offenburg Hotel (53)
=> Suggental Kirche (54)
=> "Bad in der Hub" (55)
=> Heilanstalt Illenau (56)
=> Lenzkirch Kirche (57)
=> Reiselfingen Kirche (58)
=> Löffingen Rathaus (59)
=> BAD Stadthaus (60)
=> Diersburg Kirche (61)
=> Bad Dürrheim Saline (62)
=> Teningen Kirche (63)
=> Eschelbronn Kirche (64)
=> Kiechlinsbergen Kir. (65)
=> Tiengen Rathaus (66)
=> Konstanz Stadtpal. (67)
=> Heimbach Schloss (68)
=> Murg Kirche (69)
=> Meersburg Kirche (70)
=> Meersburg Wache (71)
=> Istein Kirche (72)
=> Vöhrenbach Rath. (73)
=> Wollbach Kirche (74)
=> Binzen Kirche (75)
=> Oberrotweil Kirche (76)
=> Schelingen Kirche (77)
=> Achkarren Kirche (78)
=> Oberrotweil Villa (79)
=> Bodman Schloss (80)
=> Kandern Kirche (81)
=> Wasenweiler Kirche (82)
=> Amoltern Kirche (83)
=> Bollschweil Kirche (84)
=> Markdorf Straße (85)
=> Leibertingen Kirche (86)
=> Sauldorf Kirche (87)
=> Kollmarsreute Kir. (88)
=> Donaue. Amtshaus (89)
=> Donaue. Museum (90)
=> Donaue. Pavillon (91)
=> Donaue. Badhaus (92)
=> Donaue. Palais (93)
=> Eberfingen Kirche (94)
=> Mappach Kirche (95)
=> Oberbergen Kirche (96)
=> Altvogtsburg Kirche (97)
=> Neustadt Rathaus (98)
=> Eigeltingen Kirche (99)
Baumeister
Anhang
WANDERUNGEN DURCH DIE LÄNDER BADENS 'BAND 1'
WANDERUNGEN DURCH DIE LÄNDER BADENS 'BAND 2'
WANDERUNGEN DURCH DIE LÄNDER BADENS 'BAND 3'
WANDERUNGEN DURCH DIE LÄ. BADENS 'KATEGORIEN'
WANDERUNGEN DURCH DIE LÄNDER ...
IMPRESSUM
Statistiken
 

Achkarren Kirche (78)

ein Bild_

Sankt Georg in Achkarren (Vogtsburg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)   /   Friedrich Arnold   /   1822

Die Kirche zu Achkarren besitzt neben dem wie üblich nüchternen Kirchenschiff einen beeindruckenden Turm. Dieser wächst gemäß primärem Grundtypus machtvoll aus dem Schiff empor — in der konkreten Formulierung besitzt er zudem ein hohes Maß an Originalität.
     Das Schiff ist wuchtiger Körper mit hohen Dreiecksgiebeln (Satteldach), langen Rundbogen-Nischen (als Lochfassade) und steht auf niedrigem Sockelstreifen.
     Originell dagegen der eingangstellende Turm — er besitzt zugleich kraftvollen als auch verspielten Charakter.
     Man beachte zunächst die Eingangspartie: welch' kraftstrotzende Rechteck-Pfeiler wuchten hier den Turm!  
Sie verdanken ihren Eindruck der gewaltigen Proportion und nicht minder der sich nach unten aufspreizenden Form. Diese Idee findet man auch an der Kiechlinsbergener Kirche (siehe unten), deren unterer Turmabschnitt sich gleichfalls spreizt — jedoch ohne pfeilerausbildende Kapitelle. Über Pfeiler und Rundbogen findet sich der verkröpfende und somit den Turm "einfangende" Geison des Kirchenschiff-Giebels. Dieses zusammenbindende Stilmittel ist immer zu loben: es führt zur Gebäudeeinheit und mindert die Härte der Durchdringungsgeste. Der untere Turmabschnitt findet sein Ende im ausladenden Gesims auf eng gestellten Rundkonsolen.
     Nun folgt die Turmspitze, die für den ein wenig verspielten Charakter Sorge trägt. Er entsteht durch die Eckpilaster, welche sich zu den Schallfenstern hin negativ verkröpfen — erstaunlich eine barocke Anwendung also, die der bisherigen Strenge geradezu entgegenarbeitet, zugleich die klare konstruktive Wirkung üblicher Kirchturmspitzen konterkariert. 

1


_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
ein Bild_

Dennoch, diese Geste gereicht nicht zum Schaden — die brachiale Eingangsseite kann einen auflockernden "Gegenspieler" gut vertragen. Eine Rückwendung zum Barock-Detail lässt sich bei Christoph Arnold im übrigen immer wieder beobachten. Die barocke Überladung der Fassade meidet freilich auch Arnold: die Pilaster tragen Bögen, die in großen ruhigen Flächen liegen. Arnold setzte gerne auf barocke "Zitate", die aber stets nur vereinzelt zur Anwendung kamen und nie zu einer Überfrachtung führten. Ein kaum merkliches Dachgesims verbindet sich schließlich ob gleicher Einfärbung mit dem geknickten Zeltdach zur Wirkung eines eigenständigen aufgesetzten Baukörpers pyramidalen Volumens, der als kräftiger Akzent das Turmarrangement abschließt.
     Der Innenraum der Saalkirche wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts modernisiert. Nichtsdestotrotz blieben die originären Raumwirkungen, die Hauptelemente erhalten. Im rückwärtigen Bereich die im Kirchenbau des Weinbrennerstils so häufig zu gewahrende Orgelempore. Zwei kräftige Rundsäulen und sechs Pilaster, allesamt mit dorischen Kapitellen ausgestattet, tragen die die gesamte Breite des Langhauses überspannende Empore.
     Vorne erwartet den Betrachter ein überrschaschend langgestreckter Chor. Dieser nimmt nämlich nicht nur den Raum der außen zu sichtenden Apsis ein, sondern, gleichsam als Übergang, auch noch einen Teil des Kirchenschiffes, das hier von zwei zusätzlichen Längswänden auf Chorbreite getrimmt ward, ansonsten rechts und links Nebenräume aufweist. Ein hoher Rundbogen separiert das Langhaus vom zweistufigen Chorraum. Insbesondere der letztere, den Chor formenden Eingriff verleiht dem ruhigen Gesamtraum-Eindruck auch ein Spannungsmoment.

2


_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
ein Bild_

Der Artikel ist eine erweiterte Version des Beitrages unter "Arkadischer Kaiserstuhl" (Sammlung '1')

Quellen
1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale und Wirkungen; Betrachtung des Gebäudes vor Ort
2) Dr. Emil Lacroix und Dr. Heinrich Niester "Kunstwanderungen in Baden", Chr. Belser Stuttgart, Ausgabe 1959; Kirche 1822 nach Plänen Friedrich Arnolds erbaut
3) Website http://kaiserstuhl.net; gleicher Baumeister, Entstehungszeit aber 1823

3


_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_


| Heute 96 Besucher (534 Hits) | | 188.580 Besucher, 652.340 Hits seit September 2006 |