Baukunst in Baden
  Bleichheim Kirche (14)
 



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Sankt Hilarius in Bleichheim (Herbolzheim, Landkreis Emmendingen)   /   Christoph Arnold   /   1827

In Bleichheim, einem Schwarzwalddorf nahe Herbolzheim (zwischen Lahr und Freiburg) gewahrt man dieses Gotteshaus primären Grundtyps mit großen Stärken und kleineren Schwächen. Die Stärken liegen eindeutig im kraftvollen der Vertikalen huldigenden Aufbau, die Schwächen dagegen im Detail; wobei am Ende der gelungene Aspekt der monumentalen Gesamtschau dennoch obsiegt.
     Das Kirchenschiff sagt dem Lochfassaden-Charakter in entscheidenden Partien ab, namentlich auf den Seitenpartien und zugunsten stärkerer vertikaler Wirkung. Die bekannten Rundbogen-Nischen wurden hierzu bis auf den Sockelstreifen gezogen und delegieren die Wandabschnitte zwischen den Nischen zu pfeilerartigem Charakter, und insgesamt das Kirchenschiff zu einem Hybrid zwischen körperhafter und konstruktiver Wirkung.
     Auch der Turm tritt dynamisch in die Höhe, wobei die hohe und tief eindringende Rundbogen-Nische des Eingangs dem unteren Turmabschnitt einen fast "beinartigen" Ausdruck verschafft, welcher das emporstrebende Moment sehr befördert. Der Geison "fängt" den Turm dank entsprechender Verkröpfung wie immer wohltuend ein, stört sich aber am zweiten, über den beiden Rundbogen-Fenstern "festzurrenden" Gesimsband, welches schlicht eine Zäsur zuviel bedeutet. Die den Turmkorpus endlich abschließende Galerie ist wieder zu loben, da durch starke Rundkonsolen dem kraftvollen Ausdruck verpflichtet, welcher hier gut geeignet um den Gedanken der "Plattform" für das Glockengeschoss zu formulieren.
     Das Glockengeschoss folgt dem typisierten Schema und gefällt sehr durch das als selbstständiger pyramidaler Baukörper auftretende Zeltdach, das auf diese Weise einen entschiedenen Schlussakzent setzt. Die Partie darunter wirft dagegen Fragen auf: so besitzen die Eckpilaster zu wenig "Fleisch" um wie stets erhofft kraftvoll zu erscheinen (statt dessen eher dekorativ). Der untere sandsteinerne Abschnitt des umlaufenden Gebälks reicht nur von Pilaster zu Pilaster und verunklart so die Kontur; auch scheint dessen "Treffen" mit den Rundbögen der Öffnungen (für den Glockenhall) wenig vorteilhaft.
     Zurück zum "Anständigen". Die Eingangsseite gefällt neben der monumentalen Geste durch bildhaften Aufbau. Der durchschnittene Giebel wurde dankenswert plastisch geformt und die Öffnungen lebendig verteilt. Die Rundbogen-Nische findet formale Analogie in den beiden Fenstern darüber, welche als Doppel wiederum mit den je zwei Rechteck-Fenstern rechts und links des Eingangs als Variation einerseits korrespondieren und andererseits in der Form der Öffnungen einen Kontrast zeichnen.

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