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Altes Pfarrhaus in Emmendingen (Landkreis Emmendingen) / 1828
Gutes, weil durch Ausgewogenheit gefallendes Gebäude. Klare horizontale Schichtung der Fassade: Sockelgeschoss mit vorgelagerter Treppenanlage, zwei Hauptgeschosse mit trennendem wohl proportioniertem Gesimsband und endlich das ruhige Walmdach.
Das Sockelgeschoss bedeutet eine reizvolle trutzige Aufweitung nach unten und besitzt einen bemerkens-werten grotten-ähnlichen Durchgang parallel zur Treppe.
Die angemessene Würdeform für das Pfarrhaus entsteht vor allem durch die vornehme symmetrische und in rotem Sandstein ausgeführte Treppenanlage mit ihrem filigranen Eisengeländer — sowie durch die Gestaltung des die Treppe auf sich vereinigenden Haupteingangs im ersten Obergeschoss. Dieser wird von zwei lasthungrigen Pilastern freigehalten, die mit ihren dorisierenden Weinbrenner-Kapitellen ein schweres Gebälk tragen, dessen oberer fein profilierter Abschnitt sich als Verkröpfung des die Hauptgeschosse zäsierenden Gurtbandes gefällt.
Die ansonsten ruhige und sparsame Detaillierung — einfache Öffnungsrahmen mit Holzklappläden und kaum spürbares Dachgesims — lässt dem Pfarrhaus die primäre Wirkung als freistehender Baukörper.
Man findet zurückhaltende Erhabenheit, die dem Pfarrhaus gut ansteht. In den ersten drei Jahrzehnten wurde eine nicht geringe Anzahl neuer Pfarrhäuser im Weinbrenner-Stil errichtet; das Emmendinger Exemplar, wenn auch nicht mit bedeutendem Abstand, stellt die gelungenste Ausführung dar.
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Quellen
1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale und Wirkungen; Betrachtung des Gebäudes vor Ort
2) örtliche Informationstafel
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