Baukunst in Baden
  Ettl. Bürgerhaus (46)
 


ein Bild
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Bürgerhaus in Ettlingen (Landkreis Karlsruhe)   /   um 1825

Ein Bürgerhaus, das seiner Größe nach tatsächlich ein solches, der Art der verwendeten Fassadendetails aber eine Aufwertung zu palaisähnlichem Charakter anstrebt. Die Hauptbeigabe stellen zweifellos die vier kolossalen Pilaster (mit fein gearbeiteten dorisierenden Kapitellen), welche unvermittelt (ohne Basis) aus dem breiten, zwischen Sockelgeschoss und Piano Nobile scheidenden Gurt in die Höhe streben, dem Gebäude einen kraftvollen und eingedenk der Gebäudegröße ungewöhnlich monumentalen Ausdruck verleihen.
     Die Straßenfassade des Bürgerhauses hat noch mehr zu bieten. Das Sockelgeschoss (auf hohem Sockelstreifen) wurde symmetrisch mit lebendiger Öffnungsanordnung versehen. Auf der linken Seite befindet sich eine große Toreinfahrt, welche aus Gründen der Symmetrie auf der andren Seite eine Nische gleicher Form und Größe erfordertre, obgleich eine solche für die Funktion kleinerer Belichtungsfenster zwar nicht von Nöten, dafür aber umso reizvoller. Der eigentliche Eingang (gut ausgewiesen durch die Anzahl der Stufen, welche die Höhe des Sockelstreifens überwinden) sitzt mittig und besitzt neben sich zwei große Fenster gleichen Formats. Die Mauerabschnitte zwischen denselben erfahren durch Kämpfergesimse Veredelung zu Pfeilern, welche die Rundbögen der Öffnungen tragen.
     Der Abschnitt des Piano Nobile und des Mezzaningeschosses gefallen, bei wiederum symmetrischer Anordnung, nach der Lebendigkeit des Sockelgeschosses durch das sehr ruhige, nur von den Pilastern unterbrochene und angenehm gegliederte Fassadenbild. Durchaus wohltuend in diesem Zusammenhang der Verzicht auf die übliche Veredelung der Öffnungen des Piano Nobile durch Balkenverdachungen auf Rollwerk-Konsolen, weshalb die Ruhe der tief sitzenden Fenster keinen Eintrag erfährt. Wie immer dem Fassadenbild zutragend die Verminderung der Öffnungshöhe der Fenster des Mezzaningeschosses.
     Der besondere bauhistorische Wert dieses Bürgerhauses rührt aus seiner exakten Position zwischen kargem Modellhaus und gehobenem Stadtpalais.
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Quellen
1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale und Wirkungen; Betrachtung des Gebäudes vor Ort, Entstehungszeit abgeschätzt


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