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Schloss Eberstadt


ein Bild

Besuche man Eberstadt im hügeligen Odenwald bei Buchen natürlich vor allem ob des grandiosen Naturschauspiels der Tropfsteinhöhlen. Einmal vor Ort verlohnt sich aber auch ein Blick auf das hiesige SCHLOSS. Wie Eberstadt selbst war dessen Vorgänger, um 1390 als Wasserburg errichtet und schließlich 1755 zum Schloss veredelt, bis zum Übergang an das Großherzogtum im Besitz des Rittergeschlechtes Rüdt von Collenberg.
     Das Schloss, gut erhalten und teilweise in einen Park gebettet, wiewohl bewohnt, darf umrundet werden. Ein schönes Bauwerk noch halb Wasserburg und halb barockes Schloss. Die Härte der Burg und die Weichheit des Schlosses treffen unvermittelt aufeinander — ein Bruch also, durch die Anlage gehend, die dem Schloss einigen Reiz vermittelt. Auf der Eingangsseite das weiß verputzte WOHNGEBÄUDE, dreigeschossig und von stattlicher Dimension, durchaus einladend, rechts und links aber von dicken RUNDTÜRMEN gesäumt. Die Rückseite dagegen burgartig abweisend — eine hohe UMFASSUNGSMAUER, öffnungslos, stellt sich schützend vor den Hauptbau und wiederum rechts und links zwei RUNDTÜRME; alles roh aus grauem Bruchstein gemauert. Freilich schön anzusehen, die Vegetation greift nach den Mauern, vor ihnen ein Teich, und über die hohe Mauer hinweg der weiß leuchtende Schlossbau mit seinem Krüppelwalmdach.
      Die Vorderseite also freundlich barock, die Rückseite mittelalterlich rau; das verbindende Element stellen die je zwei Rundtürme.
Natürlich halten auch der Vorderseite die beiden wuchtigen Rundtürme das mittelalterliche Erbe in Erinnerung. Betrachtet man aber genauer, so ist dem barocken Anteil noch mehr Mittelalterliches geblieben. Am auffälligsten die Turmbedachungen: während der linke Turm eine barock-verspielte Dachform zeigt, erhielt man dem rechten in gleichfalls schwarzem Schiefer die reine Form des mittelalterlichen Kegels. Die Öffnungen dagegen, also Fenster und das Portal wurden konsequent barockisiert; das Portal dabei gerade noch schmuckvoll, die Fenster zurückhaltend, aber mit den stiltypischen "Ohren". Dennoch gewährte man auch hier die bereichernde Ausnahme: Schießscharten verschiedener Form, unregelmäßig verteilt, rufen wiederum das Mittelalter ins Gedächtnis.
     Ein schönes Burg-Schloss oder eine schöne Schloss-Burg. Suche man es sich aus.

 

Quellen
1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale
2) Homepage  www.eberstadt.org


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