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Speyer Stadtpalais (08)



ein Bild
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Stadtpalais in Speyer, Rheinland-Pfalz   /   um 1830

Grundtypus der weinbrennerschen Stadtpalais, der nur an einer Querseite direkten baulichen Anschluss findet und somit je nach Blickwinkel der glücklichen freistehenden Wirkung teilhaftig wird. Dabei kommt der wuchtige Gedanke des einfachen Baukörpers zu guter Geltung.
     Über Sockelstreifen und hohem Sockelgeschoss steht das nur über eine Etage verfügende und demnach nicht allzu hohe Piano Nobile und schließlich der umlaufende Gebälkstreifen, dessen Vermittlung zum Dach ein Gesims mit feinem Zahnschnitt übernimmt. Der Baukörper erfährt also eine mehrfache horizontale Gliederung, die denselben zuvörderst der liegenden Proportion verpflichtet und über die Gebäudeecken laufend einen durchaus dynamischen Eindruck erweckt.
     Der Horizontalen tritt straßenseitig symmetrisch der Mittelrisalit entgegen. Der Sockel, sowie das Gebälk erfahren gegenüber den Seitenflügeln leichte Verkröpfung und das Piano Nobile die obligaten vier Pilaster, basislos aus dem Sockel auf-strebend und das Gebälk auf ionischen Kapitellen ruhen lassend. Notwendigerweise bekrönt ein Dreiecksgiebel die Risalit-Konstellation, die durch ihr nicht kleines Segmentbogen-Fenster einen glücklichen Akzent besitzt, allerdings das beinahe ungebührliche Fehlen von repräsentativem Balkon und natürlich des gewohnten Eingangs nicht genügsam ausgleicht. Der Mittelrisalit eines Stadtpalais' hat als eine Art "Naturgesetz" den Haupteingang des gehobenen Wohnbaus zu betonen und sinkt ohne denselben zum formalen Selbstzweck ab, erhält seiner Funktion entkleidet bei aller Noblesse einen faden Beigeschmack.
     An dieser Stelle frägt man sich natürlich, wo das Gebäude eigentlich dann den Eintritt zulässt. Merkwürdigerweise auf der eigentlichen Rückseite, die zu diesem Zwecke wiederum einen sehr ansehnlichen Mittelrisalit bereit hält. Bei entsprechender Verkröpfung sieht man kräftige quadratische Pfeilern, die im Sockelgeschoss rustizierte Bögen tragen. Dann elegante kannelierte Säulen dorischer Machart, die für das Piano Nobile zusammen mit seitlich abschliessenden Pfeilern fein profilierte Bögen tragen. Bei dieser Vorgehensweise entstehen im Erdgeschoss einen Säulenvorhalle für den Eingang und in der Beletage eine nicht minder tiefe Loggia. Fast möchte man vergessen nur die Rückseite vor Augen zu haben, erst der dem Risalit fehlende Dreiecksgiebel erinnert wieder daran. Nichtsdestotrotz gibt die Rückseite das schönere Bild frei, nicht zuletzt durch die erfrischenden Schlitze im Gebälkstreifen, die hierin die sieben Fensterachsen fortsetzen.
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Quellen
1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale und Wirkungen; Betrachtung des Gebäudes vor Ort; Entstehungszeit abgeschätzt


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