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Untergrombach


ein Bild

In Untergrombach nahe Bruchsal zeigt man vor allem drei Bauwerke. Das bekannteste, weil weithin sichtbarste ist die MICHAELSKAPELLE auf dem Michaelsberg. Die barocke, allerdings sehr zurückhaltende kleine Kirche wurde durch ihre exponierte Platzierung von selbst zu einem Wahrzeichen der Umgegend. Der Michaelsberg gehört zu den Hügeln, die den Kraichgau von der Rheinebene separieren, will heißen von letzterer aus ist ein auf ihm befindliches Bauwerk natürlich weithin sichtbar — davon profitiert die Michaelskapelle, zumal in den Abendstunden, wenn die weiß verputzte Kapelle im Abendlicht leuchtet. Ein Leuchten, dass im übrigen auch den Nachtstunden erhalten bleibt, weil man das Wahrzeichen durch Kunstlicht glücklich in Szene setzt — durch die Höhenlage scheint das Gebäude dann zu schweben.
     Die Michaelskapelle steht auf geschichtsträchtigem Grund. Archäologische Ausgrabungen haben Besiedlungsstrukturen bis ins Jahr 3500 vor Christus Nachweisen können! Die ehemalige Befestigung mit Palisaden und Wall-Graben-System ist in der archäologischen Welt über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Der Michaelsberg wurde schließlich gar namensgebend für eine gesamte jungsteinzeitliche Kultur, der "Michelsberger Kultur", welche hier nämlich zum ersten mal nachweisbar. Möglicherweise hat eine ferne Erinnerung an die ehemalige heidnische Stätte zum Bau der Kapelle angeregt.
     Ihr zu Füssen das eigentliche Dorf, welches bereits im Jahre 789 erstmals genannt wurde. Auch im Ort selbst fällt vor allem eine KIRCHE auf. Badens Oberbaudirektor Heinrich Hübsch errichtete hier (um die Mitte des 19. Jahrhunderts) im romantischen Stil eine seiner schönsten Kirchen — übertroffen wohl nur vom Gotteshaus zu Karlsruhe-Bulach. Er wählte die Grundstruktur einer dreischiffigen Basilika mit seitlich angeordnetem Turm. Passend zu diesem der frühchristlich-römischen Zeit entlehntem Typus die Schmuckausstattung der Fassaden. Auch die Materialwahl, die für Hübsch typische Zusammenstellung von rotem und gelbem Sandstein trägt zum Gelingen bei. Hübsch war hier kurz vor seinem Tode noch ohne weiteres auf der Höhe seiner Fähigkeiten, hatte nunmehr lange schon die letzten Reminiszenzen an seinen alten Lehrer Friedrich Weinbrenner beiseite geschoben. Und wie letzterer zu Deutschlands führenden Architekten des Klassizismus gehörte (übertroffen nur von Preußens Karl Friedrich Schinkel), gelangte Hübsch nunmehr an die Spitze der Baumeister des romantischen Stiles. Landauf landab konnte er zahlreiche Kirchenbauten realisieren und wie in Untergrombach häufig für kleinere Ortschaften.
     Das dritte Bauwerk im Bunde, unweit der Kirche, zeigt ein FIRST-SÄULEN-STÄNDERHAUS. Das Gebäude entstammt dem Jahre 1428(!) und kann sich also rühmen, das älteste Fachwerkhaus weit und breit zu sein. Über einem Bruchstein-Sockel erheben sich zwei Geschosse und das giebelständige Dach. Die Hölzer sind mittlerweile zum Teil abenteuerlich verbogen, und neben dem in der Mitte durchlaufenen Ständer fällt vor allem die Galerie auf. Ein bedeutendes Bauwerk also, das am ehesten über die seltene Markanz zur Schönheit gelangt.


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